BürgerInitiative Hochwasser- und Naturschutz

Altrip e.v.

Willi Schneider (* 10. Mai 1941; † 17. November 2022)Willi Schneider
(* 10. Mai 1941; † 17. November 2022)
Mit Betroffenheit und Trauer müssen wir uns von unserem langjährigen Mitstreiter

Willi Schneider

verabschieden.

Willi war ein überzeugter Gegner des Polders Waldsee/Altrip/Neuhofen. Er war Gründungsmitglied der Bürgerinitiative und seit 2003 ständig Mitglied des Vorstandes. Im geplanten Polder sah er ein unverantwortliches, unberechenbares Risiko für unsere Gemeinde Altrip. Es ging ihm um die Sicherheit der Bürger. Den amtlichen Berechnungen zur Druckwassergefährdung stand er skeptisch gegenüber, er vertraute seinen eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen mit den Hochwasserereignissen der letzten Jahrzehnte.

Aufmerksam beobachtete er auch immer den Zustand der Deiche und wies auf Schäden hin, so auch auf das nicht-ertüchtigte Teilstück zwischen der Gemeinde und dem Gasthaus „Zum Rheinblick“. Nicht zuletzt Willi war es zu verdanken, dass die BIHN immer wieder beim Landrat und der SGD auf diese Sicherheitslücke hinwies und eine Hochwasserschutz- und Evakuierungsübung forderte.

Beharrlich und unbeirrbar verfolgte er seine und unsere Ziele. Dabei setzte er auf Präsenz. Persönliche Kontakte und Gespräche mit seinen Mitbürgern und Verantwortlichen in der Verwaltung sowie auf allen politischen Ebenen wurden von ihm gesucht und gepflegt. Willi versuchte in Gesprächen zu überzeugen, stand zu seinen Positionen und ging Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg. So kam er immer wieder an Informationen, die für unsere Arbeit wichtig waren.

Kritisch und sehr genau las er alles, was mit dem Thema Hochwasser und Hochwasserschutz zu tun hatte, schaute über den Tellerrand und besuchte Veranstaltungen.

Als klar wurde, dass juristische Wege eingeschlagen werden mussten, stellte er sich als Privatkläger zur Verfügung und gab damit den Bürgern Altrips eine Stimme vor Gericht. Der juristische Streit führte über 4 Instanzen und erforderte viel Einsatz und Engagement.

Obwohl es ihm körperlich immer schlechter ging und er den frühen Tod seiner Frau verkraften musste, arbeitete er bis zum Schluss aktiv im Vorstand mit, interessierte sich auch für die neuen Inhalte der Bürgerinitiative und versorgte uns weiterhin mit wichtigen Gedanken zum Hochwasserschutz.

Wir sind Willi zu großem Dank verpflichtet. Sein Tod ist ein schwerer Verlust für unsere Vereinsarbeit und uns persönlich. Wir werden ihn nicht vergessen.

Dorothee Limburg-Stemmler
für die Vorstandschaft

 

Bei einer gemeinsamen Aktion des Bauhofs Altrip und der Bürgerinitiative Hochwasser- und Naturschutz (BIHN) wurden am Donnerstag, 3. November, zehn Obstbäume auf der Streuobstwiese hinter dem Bauhofgelände in Altrip neu gepflanzt.

Die vier Birn- und sechs Apfelbäume wachsen zukünftig anstelle der Kirschbäume, die das letzte Hochwasser und die darauffolgende extreme Trockenheit auf dem Gelände nicht überlebt hatten. Bei den neu gepflanzten Bäumen handelt es sich um alte bzw. besonders widerstandsfähigen Sorten wie die „Köstliche aus Charneux“ (Birne) „Stuttgarter Geißhirtle“ (Birne) und den „Wiesenbacher Gänsgartenapfel“ .

Die Mannschaft des Bauhofs hatte zuvor die alten Bäume samt Wurzelstöcken entfernt und neue Pflanzlöcher gegraben. Zusammen mit einer fünfköpfigen Arbeitsgruppe der BIHN („Altrip Blüht“) wurden dann die vorbereiteten Hochstämme eingesetzt.

 „Altrip Blüht“ und Bauhofmitarbeiter „Altrip Blüht“ und Bauhofmitarbeiter BIHN Arbeitsgruppe „Altrip Blüht“BIHN Arbeitsgruppe „Altrip Blüht“

Streuobstwiesen sind ein wertvoller, artenvielfältiger Lebensraum: Die Wiesen im Unterwuchs werden nur ein- bis zweimal jährlich gemäht und nicht gedüngt. Sie sind dadurch besonders blütenreich und bieten Bienen, Hummeln und Schmetterlingen, reiche Nahrungsgrundlage. Im Frühling werden die Blüten der Obstbäume zur Nektarweide. Bodenbrüter können zwischen den hohen Pflanzenstängeln ihr Nest bauen. Am Wurzelbereich der Bäume leben Spitzmaus, Feldmaus und Igel. Zusammen mit Hasen, Rehen und Vögeln machen sie sich über das Fallobst her. Die Baumkronen bieten vielen Vogelarten Brutplätze, Garten- und Siebenschläfer suchen im Geäst nach Nahrung. Für eine Vielzahl von Insekten stellt das Blattwerk Nahrung und Lebensraum dar.

Die von Jahr zu Jahr zunehmende Obstmenge kann im Herbst (Ernte-Freigabe durch Kennzeichnung mit einem gelben Band vorausgesetzt) von Spaziergängern gepflückt werden, oder es können sich Interessierte (organisiert über die BIHN) auch mal zum „Saftpressen“ verabreden.

Wenn auch Sie mitmachen wollen bei Aktionen für den Naturschutz in unserer Gemeinde (z.B. Bäume Schneiden im Frühjahr / Gießaktionen im Sommer….), sind Sie willkommen!

Autor: Heike Sugge
Bilder: Brigitte Braun Dähler

„Fledermäuse willkommen!“ steht auf einer neu angebrachten Plakette am Altriper Rathaus. Das kleine Schild des Nabu Rheinland-Pfalz zeichnet damit die Gemeinde als fledermausfreundlich aus. Und was heißt das jetzt?

Weiterlesen bei www.rheinpfalz.de

 

Das Protokoll (mit Anlagen) der letzten Mitgliederversammlung am 5. Oktober 2021 steht ab sofort zum Download bereit. Die hier nicht veröffentlichen Anlagen (Datenschutz) können jederzeit beim Vorstand eingesehen werden.

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